Rauchfrei Versuch dreihundertdrölfzig – diesmal wird alles anders?

Wir Menschen sind schon echt seltsam. Einmal dieses Kribbeln gefühlt, diesen Kick, diese Frische, die Euphorie, wollen wir das Gefühl immer wieder haben. Und dann tun wir Dinge, die gar nicht dazu passen wollen, wir kompensieren den Drang im Kopf mit Alkohol, Zigaretten, übermäßigen oder zu wenig Essen, Sex, Pornos und so weiter. Und bemerken dabei gar nicht, dass das schöne Gefühl auch so immer wieder da ist. Nur lässt es sich eben nicht erzwingen.

Ich bin inzwischen so entspannt und relaxt im Alltag, dass ich das schöne Gefühl meist einfach willkommen heißen kann, wenn es gerade da ist und es auch wieder gehen lassen kann. Ich weiß ja, es kommt wieder. Und deswegen darf nun eine weitere Sucht der Lebensfreude weichen.

In einem meiner letzten Beiträge auf Facebook widmete ich mich der Pornosucht und welchen Weg ich damit gegangen bin. Diesmal ist das Rauchen dran. Damit werde ich einen anderen Weg gehen. Es ist nicht mein erster Versuch, mir das Rauchen abzugewöhnen, daher kenne ich inzwischen die Tricks meines Körpers. Natürlich werde ich auch hier einen spielerischen Weg wählen aber etwas strikter, als mit den Pornos. Ich werde ab sofort damit aufhören. Nicht morgen, nicht in einer Woche, jetzt. Nach dem Schreiben dieses Textes werde ich mir eine letzte Zigarette genehmigen und sie bewusst zu Ende rauchen. Sollte ich während des Rauchens einen Würgereiz oder Ähnliches bemerken, werde ich die Zigarette ausmachen. Sofort. Wir übergehen so oft Warnhinweise unseres Körpers, bescheißen uns selbst und wundern uns dann, warum es uns unnötig schlecht geht. Ich achte inzwischen immer besser darauf und möchte das so auch mit meiner letzten Zigarette handhaben.

Wie werde ich also vorgehen? Nun, nachdem die letzte Zigarette geraucht ist, dauert es ja ca. 14 Tage, bis das meiste Nikotin aus dem Körper ist und die ersten zwei Tage sind die schwierigsten. Deshalb werde ich in dieser Zeit besonders gut darauf achten, dass meine Grundbedürfnisse gestillt sind. Nahrung, frisches Wasser, Erholung / Schlaf und ein entspanntes soziales Miteinander. Da ich zur Zeit eh wenig auf Facebook unterwegs bin, werde ich dies zusätzlich beibehalten, ich neige oft dazu, eine Sucht mit einer anderen auszugleichen, wir Menschen sind halt Gewohnheitstiere. Ich werde schauen, dass ich endlich mal meine Klimmzugstange aufbaue und werde dann gemächlich wieder mit Klimmzügen anfangen, meine liebste Sportart ♥ Nicht zu viel, sonst hab ich es schnell über und greif doch wieder zum Glimmstängel. 😉

Dazu kommt dann mein hohes Bedürfnis nach Kuscheln. Auch das will gestillt werden und deswegen werde ich, wenn meiner Frau gerade nicht danach ist, mit den Katzen kuscheln. Sind die auch gerade nicht da oder haben keine Lust darauf, widme ich mich meinem inneren Kind. Ich nehme mich einfach selbst in den Arm, kuschle ein Kissen und frage mein inneres Kind, was es gerade braucht.

Der Rest ist psychische Gewohnheit und auch da weiß ich inzwischen, wie ich damit umgehe. Wenn alle vorher genannten Voraussetzungen erfüllt sind, der Körper entwöhnt ist und die Psyche dennoch weiter schreit, gilt es, dem Schreien mit Liebe zu begegnen. Das bedeutet für mich, es nicht zu verlachen oder komplett zu ignorieren, sondern liebevoll „Nein.“ zu sagen. „Ich höre dich und ich bin für dich / mich da aber ohne Zigarette.“

Wahrscheinlich werde ich meinem Körper / Geist dann auch innerliche Fragen stellen wie „Was brauchst du gerade?“, in der tiefen Intention, mir diese Frage selbst beantworten können. Wir kennen unseren Körper selbst am besten und gezieltes Schulen des ihm Zuhörens bringt uns ihm wieder nahe ♥

So, jetzt folgt die Abschlusszigarette, ich bin gespannt, wie es weiter geht. Bin ich in 3 Monaten noch rauchfrei, folgt ein Resümee dessen, was ich in dieser Zeit so erlebt habe und wie sich meine Wahrnehmung verändert hat. Aus Erfahrung weiß ich nämlich, dass sich da Einiges tut.

Und nun wünsche ich Dir einen schönen Tag.

Herzlichst

Dein Sanfter Krieger

Alexander Budwill

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